Verfasst und medizinisch geprüft von DR. MED. DR. MED. DENT. HANS KREHN · veröffentlicht am 19.07.2026 · zuletzt fachlich geprüft am 21.07.2026
Was bedeuten CMD und Bruxismus?
CMD bezeichnet Beschwerden im Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Biss. Bruxismus beschreibt unbewusstes Pressen oder Knirschen, häufig während des Schlafs. Mögliche Zeichen sind Muskelverspannung, morgendliche Kieferschmerzen, Kopfschmerzen, eingeschränkte Mundöffnung oder sichtbare Abrasionen an den Zähnen.
Was kann eine Funktionsschiene leisten?
Eine individuell angefertigte Funktionsschiene kann Zähne und Restaurationen schützen, Belastungen verteilen und Kiefergelenke sowie Muskulatur entlasten. Sie ersetzt keine Diagnose. Deshalb werden Beschwerden, Bewegungsabläufe, Biss und Zahnsubstanz vorab untersucht und der Verlauf kontrolliert.
Masseter-Botulinumtoxin bei Bruxismus
Bei ausgeprägter Überaktivität des Massetermuskels kann Botulinumtoxin nach ärztlicher Diagnose als ergänzende Option besprochen werden. Die Behandlung reduziert gezielt Muskelaktivität, löst aber nicht jede Ursache des Bruxismus. Je nach Präparat und Indikation kann die Anwendung zulassungsüberschreitend sein; Nutzen, Risiken, Alternativen und Verlaufskontrollen müssen deshalb individuell erörtert werden.
Häufige Fragen
Was kann eine Funktionsschiene leisten?
Eine individuell angefertigte Funktionsschiene kann Zähne und Restaurationen schützen und das Kausystem entlasten; sie ersetzt keine Diagnose.
Hilft eine Schiene gegen Zähneknirschen?
Sie kann Zähne schützen und das System entlasten. Ob sie die Aktivität selbst reduziert, ist individuell unterschiedlich.
Ersetzt Botulinumtoxin die Funktionsschiene?
Nicht grundsätzlich. Beide Verfahren verfolgen unterschiedliche Ziele und können nur nach Diagnose sinnvoll eingeordnet werden.
Quellen und fachliche Einordnung
- S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung des Bruxismus, Version 2.1 (AWMF, 2026) →
- S2k-Leitlinie Okklusionsschienen (AWMF) →
Die Quellen dienen der allgemeinen fachlichen Einordnung. Welche Diagnose oder Behandlung im Einzelfall geeignet ist, kann nur nach persönlicher Untersuchung entschieden werden. Genannte Produkt- und Markennamen gehören ihren jeweiligen Rechteinhabern; ihre Nennung ist keine Empfehlung oder Sponsorenaussage.
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